Ecclesia orans

    Periodica de Scientiis Liturgicis




Testimonianza - Abate Primate

    
    Liturgie wird oft mit der Ausführung von Rubriken, den Anweisungen zur Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente gleichgesetzt. Das ist nur ein äußerer Aspekt. Sie ist auch keine besondere Form von Andacht. Sie ist der existenziellste Ausdruck kirchlichen Lebens neben der Verkündigung und dem Dienst am Menschen. Sie ist die Feier der kirchlichen Gemeinschaft. In ihr wird Christus selbst lebendig, seine Selbsthingabe an den Menschen, seine Überwindung von Leid und Tod. Seine Herrlichkeit wird zeichenhaft sichtbar. Deshalb tragt die Zeitschrift zurecht den Titel „Ecclesia orans“, „Betende Kirche“.

    Im Laufe der Jahrhunderte hat die Liturgie viele Ausprägungen und Formen erfahren, sie musste immer wieder auch auf den tieferen Sinn zurückgeführt und neu gestaltet werden. Unser Liturgisches Institut, vom seligen Papst Johannes XXIII. gegründet, geht diesen Fragen nach, theologisch wie historisch. Es bietet den Studenten, angehenden Liturgiewissenschaftlern und diözesanen Verantwortlichen eine solide Ausbildung.

    Diese Forschungen gehen weiter, und es ist daher gut, dass unsere Professoren vor fast dreißig Jahren ein Publikationsorgan für diese Forschungen eingerichtet haben. Es ist auch erfreulich, dass ein neues Redaktionsteam der Zeitschrift nun ein neues Gesicht gegeben hat und bestrebt ist, diese Zeitschrift als echte Fachzeitschrift in die Zukunft zu führen.

    Möge diese Zeitschrift zur Vertiefung und Verlebendigung dieses Betens beitragen. Dafür gilt mein Dank dem Redaktionsteam und dem EOS-Verlag St. Ottilien.


NOTKER WOLF OSB
Abtprimas

Großkanzler der Päpstlichen Hochschule S. Anselmo